Das Büro der Zukunft bedarf mehr als einer sta­bi­len Internetverbindung

Das Büro der Zukunft – es wirkt schon fast wie ein alter Hut. Seit nun­mehr fast zwei Jah­ren wird dar­über dis­ku­tiert und spe­ku­liert, wie sich der Flä­chen­be­darf ver­än­dert und wel­che Kon­zep­te es braucht, um aus dem ehe­mals klas­si­schen Arbeits­platz eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stät­te zu schaffen.

Dabei spielt die Ver­ein­bar­keit von Home Office, Remo­te Work und vor-Ort-Prä­senz eine wich­ti­ge Rol­le – führt das zu einer Reduk­ti­on der Flä­chen? Wahrscheinlich.

Was dabei jedoch häu­fig ver­nach­läs­sigt wird, ist der „Fak­tor Mensch“. Denn auch ein noch so aus­ge­wo­ge­nes Arbeits­platz­kon­zept braucht in der Umset­zung vor allem eines: Die Akzep­tanz der Mit­ar­bei­ter: innen. Und um die­se zu gewin­nen, reicht es nicht, tech­ni­sche Inno­va­tio­nen und neue Arbeits­platz­kon­zep­te über eben die­se aus­zu­kip­pen – es muss kom­mu­ni­ziert wer­den, wel­che Vor­tei­le die­se neue Form des Arbei­tens bie­tet. Die­se neue Arbeits­form muss Teil der Unter­neh­mens­phi­lo­so­phie wer­den und ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt: die bes­te Tech­nik bringt nichts, wenn die Mit­ar­bei­ten­den nicht damit umge­hen kön­nen und sich dar­über ver­lie­ren. Denn das scha­det nicht nur den Mit­ar­bei­ten­den selbst, es führt zu Inef­fi­zi­enz und somit Unzu­frie­den­heit auf allen Sei­ten. Wo also anfangen?

Der Arbeits­markt hat sich nicht erst seit der Pan­de­mie deut­lich ver­än­dert. Ob es „War for Talents“ oder „Fach­kräf­te­man­gel“ genannt wird, eins ist klar: Inzwi­schen wäh­len die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter das Unter­neh­men – und nicht mehr umge­kehrt. Dabei sind die Ansprü­che gera­de bei der jun­gen Genera­ti­on völ­lig ande­re als noch vor 15 Jah­ren. Und dazu zäh­len neben attrak­ti­ven Büro­flä­chen mit Tisch­ki­cker in guter Lage inzwi­schen mehr und mehr die Unternehmenskultur.

  1. Wei­che Fak­to­ren“ wer­den immer wich­ti­ger bei der Wahl des (künf­ti­gen) Arbeitgebers

Neben den fach­li­chen Anfor­de­run­gen an einen (poten­zi­el­len) Job, wer­den die Fak­to­ren Fle­xi­bi­li­tät des Arbeits­or­tes, Iden­ti­fi­ka­ti­on mit dem Unter­neh­men und das Ein­brin­gen indi­vi­du­el­ler Talen­te immer wich­ti­ger. Das alles soll­te gleich­wohl im Rah­men einer gesun­den Work-Life-Balan­ce statt­fin­den. Auch das ist eine nicht zu unter­schät­zen­de Her­aus­for­de­rung: wie ver­ein­ba­ren wir das fle­xi­ble Arbei­ten mit einer kla­ren Tren­nung von Beruf und Frei­zeit? Oder bedarf es hier auch eines neu­en Kon­zepts für die Büro­flä­chen? Wie wäre es denn, wenn man vom Schreib­tisch mal kurz aufs Lauf­band neben­an könnte?

  1. Es men­schelt im Berufsleben

Statt Pro­duk­ti­vi­tät und Effi­zi­enz spie­len Mit­ar­bei­ter­ge­sund­heit und ‑bene­fits eine immer grö­ße­re Rol­le bezie­hungs­wei­se haben vie­le Unter­neh­men ver­stan­den, dass die­se bei­den Fak­to­ren die Grund­la­ge für effi­zi­en­tes Han­deln sind. Dazu zählt auch die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie unter Berück­sich­ti­gung der eige­nen Gesund­heit. Das heißt, die Fir­men­po­li­tik von Mor­gen muss sich an den Men­schen, die dort arbei­ten, ori­en­tie­ren. Eini­ge Unter­neh­men haben hier bereits ers­te Schrit­te getan und bei­spiels­wei­se Eltern-Kind-Büros ein­ge­rich­tet. Sol­che Maß­nah­men sind auch eine Form der Wert­schät­zung – eine immer wich­ti­ge­re Wäh­rung im Berufs­le­ben. Und es hat sich gezeigt, dass eben die­se Maß­nah­men auch wirt­schaft­li­che Vor­tei­le bie­ten. Zufrie­de­ne Mit­ar­bei­ter sor­gen für bes­se­re Ergeb­nis­se – und somit auch eine ver­bes­ser­te Wirt­schaft­lich­keit des Unternehmens.

  1. Hybri­de Antrie­be – auch für den unter­neh­me­ri­schen Erfolg

Büro, Home Office, Remo­te Work – noch viel zu oft, stel­len sich Unter­neh­men die Fra­ge, wel­che Arbeits­wei­se nun die bes­te für das jewei­li­ge Busi­ness ist. Und schon stößt man auf einen noch immer eta­blier­ten Denk­feh­ler: Denn die Fra­ge muss doch lau­ten, was ist das bes­te Modell für die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, um dem Unter­neh­men das best­mög­li­che Ergeb­nis zu lie­fern? Die Ant­wort wird wohl in den meis­ten Fäl­len sein: Hybri­de Arbeits­mo­del­le. Denn die­se bie­ten unter ande­rem die Basis für eine gesun­de Work-Life-Balan­ce. Übri­gens tra­gen auch die Büro­flä­chen und deren Gestal­tung zur Effi­zi­enz sowie men­ta­len Gesund­heit bei. Daher emp­fiehlt es sich, die­se nicht nur “modern” zu gestal­ten, um die Kol­le­gen wie­der ins Büro zu holen, son­dern auch zu schau­en, wie man die­se gestal­ten muss, damit die men­ta­le Gesund­heit geför­dert wird.

  1. Nine to five ist so 1990

Das fle­xi­ble Arbei­ten – es ist in aller Mun­de und doch fühlt es sich für vie­le Unter­neh­men noch selt­sam an, dass Mit­ar­bei­ter nicht von 9 Uhr bis 17 Uhr am Schreib­tisch sit­zen. Was frü­her als inef­fi­zi­ent ver­schrien war, da sich angeb­lich Abstim­mungs­pro­zes­se ver­zö­gern und nie­mand mehr Kon­trol­le über die ein­zel­nen Mit­ar­bei­ter hat, hat sich in den letz­ten Mona­ten als Erfolgs­mo­dell gezeigt. Denn es stei­gert nicht nur die Effi­zi­enz jedes ein­zel­nen Mit­ar­bei­ters, wenn die­ser sei­ne Arbeits­zeit so ein­tei­len kann, als dass sie sich mit sei­nen Lebens­um­stän­den und ‑ansprü­chen ver­ein­ba­ren lässt, es bie­tet auch die Mög­lich­keit inter­na­tio­na­le Teams auf­zu­bau­en. So lässt sich an die­ser Stel­le zusam­men­fas­sen: Hybrid­ar­beit in Kom­bi­na­ti­on mit fle­xi­blen Arbeits­zei­ten bie­tet auch den Unter­neh­men völ­lig neue, „inter­na­tio­na­le“ Möglichkeiten.

  1. Remo­te Working bie­tet ech­te Chan­cen – und eini­ge Gefahren

Bei allen Vor­tei­len die­ser neu­en Arbeits­mo­del­le soll­te eines nicht unter­schätzt wer­den: durch das „lose Arbei­ten“ ohne star­re Rah­men­be­din­gun­gen kön­nen ein­zel­ne Mit­ar­bei­ter durch­aus „ver­lo­ren“ gehen. Gera­de die­je­ni­gen, die es nicht gewohnt sind, den Kaf­fee­plausch von der Büro­kü­che in einen Teams­ka­nal zu ver­le­gen oder auf­grund ihrer Auf­ga­ben­be­rei­che in einem Art Silo ver­schwin­den, müs­sen hier aktiv von der Unter­neh­mens­lei­tung und den ver­ant­wort­li­chen Kol­le­gen in die neue Struk­tur ein­ge­ar­bei­tet und ein­ge­bun­den wer­den. Das stellt sowohl für die Mit­ar­bei­ter: innen als auch für das Unter­neh­men eine gewis­se Her­aus­for­de­rung dar – die jedoch mit den pas­sen­den Kon­zep­ten bewäl­tigt wer­den kann. Zu die­sen Kon­zep­ten kann eben auch eine regel­mä­ßi­ge vor-Ort-Prä­senz zäh­len – und sei es nur für einen kur­zen Plausch an der Kaf­fee­ma­schi­ne. Wie wich­tig die Küche als Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stät­te ist, haben immer mehr Unter­neh­men erkannt und bie­ten hier auch den Raum für ein kur­zes, gemüt­li­ches Zusammensein.

  1. Das kann doch auch ein Computer“

Noch immer sorgt die­ser Satz bei eini­gen Men­schen für die Angst, dass der Ein­satz von Tech­no­lo­gien zum Weg­fall von Arbeits­plät­zen führt. Dabei geht es doch viel­mehr dar­um, durch den Ein­satz von Tech­no­lo­gien und Auto­ma­ti­sie­rung ein­zel­ne Abläu­fe zu opti­mie­ren. Und dabei geht es nicht nur um den Robo­ter am Fließ­band, viel­mehr hal­ten Künst­li­che Intel­li­genz und Lösun­gen für das hybri­de Arbei­ten Ein­zug in den moder­nen Arbeits­all­tag – zum Bei­spiel in Form einer App, um den jewei­li­gen Schreib­tisch bei einem hybri­den Arbeits­platz­mo­dell buchen zu kön­nen. Eine der Grund­la­gen für effi­zi­en­tes Arbei­ten in einer neu­en, moder­nen Welt. Eine wei­te­re: die rich­ti­gen tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen am Stand­ort, um die­se auch nut­zen zu kön­nen – denn wo kein sta­bi­les Netz, da kei­ne neue Welt.

  1. Was ein Com­pu­ter nicht kann

Bei allen Neue­run­gen und dem Ein­zug neu­er Tech­no­lo­gien soll­te man nicht ver­ges­sen, dass die­se Tech­nik auch immer noch bedient wer­den muss. Und das beginnt bei ver­meint­lich neu­en Soft­ware­lö­sun­gen oder Appli­ka­tio­nen wie Chat­pro­gram­men. Sind die Mit­ar­bei­ter nicht in der Lage, die­se effi­zi­ent zu nut­zen, bringt die schöns­te Tech­nik nichts. Heißt: Regel­mä­ßi­ge Fort­bil­dun­gen der Mit­ar­bei­ter sind uner­läss­lich. Aber nicht nur in die­sem Bereich braucht es neu­er Fähig­kei­ten, die neu­en Arbeits­form­mo­del­le bedür­fen auch einem „Update“ der Softs­kills wie Team­ar­beit, Füh­rung, Kom­mu­ni­ka­ti­on und einem gewis­sen Maß an Anpassungsfähigkeit.

  1. ESG: So groß die Buch­sta­ben, so groß die Herausforderungen

Zu einer posi­ti­ven Arbeits­platz­kul­tur gehört, neben den tech­ni­schen Grund­la­gen sowie den neu­en Arbeits­platz­mo­del­len, auch eine authen­ti­sche Fir­men­phi­lo­so­phie, die sich nicht nur auf das Unter­neh­men selbst und deren Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter bezieht. Es ist das The­ma der heu­ti­gen Zeit: ESG. Aktu­ell ste­hen vor allem Umwelt­fra­gen im Fokus vie­ler Unter­neh­men, doch auch die sozia­le Ver­ant­wor­tung sowie Gover­nan­ce­the­men erhal­ten immer mehr Auf­merk­sam­keit. Kurz: Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter beob­ach­ten, wie Unter­neh­men mit den damit ver­bun­de­nen Her­aus­for­de­run­gen umge­hen. Stel­len sich Unter­neh­men die­sen, sorgt das wie­der­um für eine posi­ti­ve Arbeits­platz­kul­tur und bin­det Mitarbeiter.

Was das alles mit den pas­sen­den Flä­chen zu tun hat? Nun, neben Qua­drat­me­ter­zah­len und Aus­stat­tungs­merk­ma­len soll­ten Unter­neh­men auch die eige­ne Fir­men­kul­tur sowie deren zukünf­ti­ge Ent­wick­lung bei der Wahl neu­er Büro­kon­zep­te miteinbeziehen.