WIR BLEI­BEN UND BRAU­CHEN EHR­BA­RE KAUF­LEU­TE

In Zei­ten der Kri­se rücken die Men­schen näher zusam­men. Die­se alte Erkennt­nis bewahr­hei­tet sich auch wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie. Nach wie vor hat uns der Virus fest im Griff. Und immer mehr Pri­vat­per­so­nen und Unter­neh­men lie­fern ein­drucks­vol­le Bele­ge für Soli­da­ri­tät in schwe­ren Zei­ten. Las­sen Sie mich ein paar Bei­spie­le nen­nen: Nebenan.de hat früh sei­ne Reich­wei­te und Netz­wer­ke genutzt, um die Nach­bar­schafts­hil­fe vor­an­zu­trei­ben. Meh­re­re Woh­nungs- und Gewer­be­ver­mie­ter haben bereits bekannt­ge­ge­ben, pas­sen­de Lösun­gen für finan­zi­ell not­lei­den­de Mie­ter anzu­bie­ten. Tri­gema hat sei­ne Pro­duk­ti­on umge­stellt, um Mund­schutz zu fer­ti­gen. Jäger­meis­ter spen­det Alko­hol für Des­in­fek­ti­ons­mit­tel. Hans­Gro­he ent­sen­det sei­ne „Dusch­T­rucks“ zur Kri­sen­hil­fe für Obdach­lo­se. Bosch ent­wi­ckelt einen Coro­na-Schnell­test, der bereits ab April ein­setz­bar sein soll. Diet­mar Hopp zeigt kla­re Kan­te gegen ein Kauf­an­ge­bot der USA für „sein“ Unter­neh­men Cur­e­Vac, das der­zeit einen Impf­stoff erar­bei­tet. Der neue Impf­stoff sei für alle da. Meh­re­re Auto­mo­bil­her­stel­ler haben bekannt­ge­ge­ben, dass sie ihre Infra­struk­tu­ren für die Pro­duk­ti­on neu­er Beatmungs­ge­rä­te bereit­stel­len wol­len. Die­se Unter­neh­men und die Men­schen, die dahin­ter ste­hen, sind tol­le Bei­spie­le für die Ehr­bar­keit der deut­schen Wirt­schaft. Tau­send Dank an die vie­len Unter­neh­mer wie Wolf­gang Grupp, Chris­ti­an Voll­mann und Diet­mar Hopp, die den Kampf gegen die Pan­de­mie gemein­sam mit ihren Mit­ar­bei­tern soli­da­risch unter­stüt­zen.

Kein Pro­fit zulas­ten von not­lei­den­den Unter­neh­men

Natür­lich gibt es auch Nega­tiv­bei­spie­le. Eini­ge Unter­neh­men, die wirt­schaft­lich gesund sind, haben ange­kün­digt, Miet­zah­lun­gen für ihre Filia­len stun­den zu wol­len. Damit stüt­zen sie sich auf die Not­ge­setz­ge­bung der Bun­des­re­gie­rung, die aber den­je­ni­gen hel­fen soll, die dar­auf ange­wie­sen sind. Die­sen Unter­neh­men möch­te ich hier kei­ne Platt­form geben, da ich ihr Ver­hal­ten falsch fin­de. Natür­lich ist auch die Immo­bi­li­en­wirt­schaft bereit, Ver­ant­wor­tung zu über­neh­men, gesell­schaft­lich wie wirt­schaft­lich. Doch wir dür­fen es nicht zulas­sen, dass gesun­de Unter­neh­men zulas­ten von not­lei­den­den Unter­neh­men in Kri­sen­zei­ten pro­fi­tie­ren. Die Hilfs­maß­nah­men der Wirt­schaft und Poli­tik soll­ten aus­schließ­lich denen zuteil­wer­den, die sie benö­ti­gen.

Das Leit­bild der Ehr­ba­ren Kauf­leu­te

Las­sen Sie uns den Fokus aber wie­der auf Soli­da­ri­tät rich­ten. Ken­nen Sie das Leit­bild der Ehr­ba­ren Kauf­leu­te? Als Han­se­at bin ich mit die­sen Wer­ten groß­ge­wor­den. Wir fin­den sie in ver­schie­de­nen Facet­ten und mit unter­schied­li­chen Namen auf der gan­zen Welt. Ehr­ba­re Kauf­leu­te über­neh­men Ver­ant­wor­tung für ihre Kun­den, Mit­ar­bei­ter und die gesam­te Gesell­schaft. Eine Prä­mis­se ist es, in guten Zei­ten fair und loy­al, in schlech­ten Zei­ten soli­da­risch und ver­ständ­nis­voll zu sein. Ihre Geschäfts­be­zie­hun­gen pfle­gen sie nach dem Grund­satz von Treu und Glau­ben. Die Prin­zi­pi­en der Ehr­ba­ren Kauf­leu­te fin­den sich heu­te in nahe­zu allen moder­nen Manage­ment-Schu­lun­gen. Schließ­lich sind ESG und Nach­hal­tig­keit zu Schlag­wör­tern unse­rer Gesell­schaft gewor­den.

Als bes­se­re Men­schen wei­ter­ar­bei­ten

Heu­te brau­chen wir die­se Ehr­ba­ren Kauf­leu­te in Deutsch­land noch drin­gen­der als zuvor. Sie lie­fern ein belast­ba­res Fun­da­ment für unse­re Gesell­schaft, um die mas­si­ven Ein­schnit­te und Fol­gen der Pan­de­mie in den nächs­ten Mona­ten und Jah­ren wie­der zu ver­kraf­ten. Wir kön­nen und müs­sen von den soli­da­ri­schen Leis­tun­gen der Unter­neh­men, ihrer Geschäfts­füh­rer und Mit­ar­bei­ter ler­nen. Die­se Lek­tio­nen machen uns als Men­schen und Unter­neh­mer bes­ser.

Coro­na bringt vie­le posi­ti­ve Bei­spie­le für sozia­le Ver­ant­wor­tung ans Licht. Und wir soll­ten häu­fi­ger dar­über reden. Dann fällt es uns leich­ter, uns nicht all­zu sehr über die schwar­zen Scha­fe zu ärgern. Deren Sicht­bar­keit ist ohne­hin zu hoch, was nicht unter­schätzt wer­den darf. Wir soll­ten das ändern – und als Gesell­schaft wei­ter zusam­men­wach­sen.